Chor der Konzertgesellschaft und Sinfonieorchester lassen Händels Messiah erklingen

Von Lilo Ingenlath-Gegic | Westdeutsche Zeitung vom 19. Dezember 2025

Mit dem „Halleluja“ ist Georg Friedrich Händel ein echter Hit gelungen

Georg Leisse und Clemens Flick © Wolfgang Seidel

Chorleiter Georg Leisse und der Gastdirigent, Barockspezialist Clemens Flick, haben viel Freude bei der Zusammenarbeit. Foto: Wolfgang Seidel

Er schrieb im Jahr 1741 den „Messiah“ zu biblischen Texten. Das Sinfonieorchester Wuppertal (SOW) und der Chor der Konzertgesellschaft (KG) werden am ersten Weihnachtstag dieses prachtvolle Oratorium zusammen mit vier namhaften Solisten aufführen.

Schon im Frühjahr hatte Flick dem Chorleiter eine eingerichtete Partitur des Oratoriums geschickt, seitdem stehen Dirigent und Chorleiter in Kontakt, tauschen sich aus über Dynamik, Tempo und weitere Schwerpunkte. Mit den Kürzungen, die Flick vorgenommen hat, ist Leisse sehr einverstanden. „Einige Chöre – wie den Passionsteil – muss man auslassen, sonst ist das Werk zu lang für ein Konzert“, sind sich die Musiker einig. Manche Passagen ohne Orchesterbegleitung seien für einen Laienchor eine echte Herausforderung, anspruchsvolle Fugen und rasante Koloraturen sind nicht leicht zu bewältigen. „Aber die Proben machen uns allen großen Spaß“, sagt Bill Kings, seit vielen Jahren Chormitglied.

Da Händels „Messiah“ in der wohlklingenden englischen Originalfassung gesungen wird, geben Bill Kings und seine Frau Margaret den Choristen manchmal Tipps für die richtige englische Aussprache einzelner Laute oder Buchstaben. „Es soll englisch klingen, nicht amerikanisch“, sagt Kings lachend. „Aber die machen das gut“, loben die britischen Wahl-Wuppertaler, die reines BBC-Englisch sprechen.

Clemens Flick freut sich auf das Weihnachtskonzert in festlicher Atmosphäre. „Die Historische Stadthalle ist ein besonders eindrucksvoller Ort“, sagt er. Flick lebt als freischaffender Dirigent und Cembalist in Berlin. Er studierte dort Orchesterdirigat an der Hochschule für Musik Hanns Eisler. Als Cembalist verbindet ihn eine langjährige Zusammenarbeit mit namhaften Barockorchestern, seit einigen Jahren arbeitet er als Assistent des Alte-Musik-Spezialisten René Jacobs.

In Wuppertal hatte Flick 2018 die musikalische Leitung der Barockoper „Liberazione“. Der Opernabend, bei dem das Publikum das Geschehen auf Mobiltelefonen verfolgen sollte, war musikalisch großartig. Der Gastdirigent führte das SOW auch 2021 bei Händels Giulio Cesare in eine barocke Klangwelt. „Ich habe sehr gute, super herzliche Erfahrungen mit dem Sinfonieorchester Wuppertal und die Musiker verstehen mich immer besser“, sagt Flick, der Ende Januar im „Uptown Classics“-Format zwei Barockkonzerte mit dem SOW leiten wird.

Mit dem Chor der KG arbeitet er bei dieser Probe zum ersten Mal. Dabei stahlt er eine starke körperliche Energie aus, die die Choristen sehr motiviert. An Tempo, Konturen und Transparenz wird gefeilt – allen Beteiligten macht die „Kennenlernprobe“ viel Freude. Weihnachten wird der Gastdirigent mit seiner Familie in Wuppertal feiern. „Wir haben eine Ferienwohnung gemietet und die Familie kommt zum Konzert.“ Chorleiter Georg Leisse sitzt dann nicht im Publikum – er ist hautnah dabei, steht in der letzten Reihe der Tenöre und singt den „Messiah“ mit.


Kurz gefasst: Das Chorkonzert findet am Donnerstag, 25. Dezember, 18 Uhr, in der Historischen Stadthalle, Großer Saal, statt.
Programm: Georg Friedrich Händel – Messiah; Mitwirkende: Ina Yoshikawa (Sopran), Benjamin Lyko (Countertenor), Anle Gou (Tenor), Henryk Böhm (Bariton), Chor der Konzertgesellschaft Wuppertal, Sinfonieorchester Wuppertal, Clemens Flick, Dirigent.

WZ