„In das Halleluja muss noch mehr Rejoice“
Von Lilo Ingenlath-Gegic | Westdeutsche Zeitung vom 21. Mai 2026

Georg Leisse probt mit dem Chor der Konzertgesellschaft für das kommende Konzert. Foto: Christian Zörkler
Chor der Konzertgesellschaft präsentiert englische Musik mit Solisten, Blechbläsern, Pauke und Orgel
Englische Chormusik, wie man sie selten in Wuppertal hört, wird der Chor der Konzertgesellschaft am Sonntag, 31. Mai, um 18 Uhr in der Barmer Immanuelskirche präsentieren. Unter Leitung von Georg Leisse werden Werke von Edward Elgar, Ralph Vaughan Williams und Benjamin Britten erklingen sowie Lieder von weniger bekannten, aber ebenfalls hörenswerten Komponisten wie Bob Chilcott, Charles Villiers Stanford und Charles Hastings Parry. Gemeinsam mit den Solisten Ina Yoshikawa (Sopran), Uta Georg (Alt), Gustavo Sanchez (Tenor) und Sebastian Campione (Bass) und einem Bläserquintett soll es ein facettenreiches Konzert werden.
Die langjährigen Chormitglieder Margaret und Bill Kings freuen sich ganz besonders darauf. Er ist Engländer, sie gebürtige Schottin. Aussprache-Tipps gibt sie anderen Choristen aber in reinem Oxford-English. „Die machen das sehr gut. Sie mussten allerdings lernen, dass beim englischen „lamb“ kein „b“ am Ende zu hören ist“, sagt sie lachend und bezieht sich auf das Lied „Rejoice of the Lamb“ von Benjamin Britten (1913–1976). „Es ist einfach herrlich, diese Lieder zu singen. Bisher fehlte mir das Rejoice“, erklärt Margaret Kings.
Noch beim Weihnachtskonzert hat der Chor bei Händels „Messiah“ gejubelt und frohlockt, bei den englischen Liedern wird die Freude in einem anderen, kleineren Format dargestellt. Der irische Gelehrte und Dirigent Charles Villiers Stanford (1852-1924), aus dessen „Bible Songs and Hymns“ eine Auswahl von Liedern erklingen wird, eiferte in der Sinfonik seinem Idol Johannes Brahms nach. Seine große Liebe galt aber den Chören. England sei das Land, das beim Chorgesang konkurrenzlos sei, behauptete er. Die vom musikalischen Leiter Georg Leisse ausgewählten Lieder spannen einen dramaturgisch großen und interessanten Bogen von ihrem Ursprung im Mittelalter bis in die Neuzeit. „Aus der Anfangsidee mit einzelnen Liedern und ohne großes Orchester zu konzertieren, ist ein stimmiges Programm entstanden“, erklärt Leisse. Er freut sich, dass ein exzellentes Bläserquintett den Chor unterstützen wird. Mit Martin Dickmann (Horn), Tobias Fehse (Trompete), Jennifer Thomas (Tuba), Raphael Vang (Posaune) und Alexander Valerstein (Trompete) hätten sich gute Musiker zusammengeschlossen. „Vor allem der Posaunist hat sich in regem Austausch mit mir für das Gelingen des Konzerts eingesetzt“, sagt Leisse.
Die WZ besuchte eine Chorprobe im Probenraum des Sinfonieorchesters an der Burgunderstraße. Samstags wurde sieben Stunden lang geprobt, am Sonntag waren es vier Stunden. „Es ist viel intensiver als die wöchentliche Mittwochs-Probe. Man bleibt tiefer in der Musik und kann alles stabilisieren“, erklärt der Chorleiter. Ein Chormitglied wird mit einem perfekten, mehrstimmigen Geburtstagsständchen empfangen, dann wird hoch konzentriert gearbeitet. Beim klangvollen Lied „Great is the Lord“ von Edward Elgar (1857–1934) müssen die Soprane hinauf in höchste Lagen. Georg Leisse singt vor, singt mit, begleitet am Klavier und dirigiert. Es wird an allem gefeilt – am Tempo, an Sechzehntel- und Achtelnoten, an schwierigen Übergängen und auch an den Vokalen. „Die interessantesten Stücke sind meist anspruchsvoll, aber man muss ja herausfordern“, sagt er in einer kurzen Pause. Mit je 25 Sängerinnen im Sopran und im Alt, zwölf Tenören und 16 Bässen ist der Chor der Konzertgesellschaft für das kommende Konzert gut aufgestellt. Das „Gloria“ von Bob Chilcott (*1955) wird in lateinischer Sprache gesungen. Es klingt flott und jazzig, fast rockig. Als „Rejoice of the Lamb“ – das titelgebende Lied – von Benjamin Britten geprobt wird, wünscht Leisse: „In das „Halleluja“ muss noch mehr Rejoice gelegt werden!“ Die Kantate mit komplexen Rhythmen und dramatischen Tempowechseln wird im Konzert mit Gesangssolisten und Orgel erklingen. Bis dahin wird noch einige Male intensiv geprobt.
Rejoice – Englische Chormusik: Sonntag, 31. Mai, 18 Uhr, Immanuelskirche, Sternstraße 73, Wuppertal
